Presse

Förderwind bläst kälter

Westfälische Nachrichten
03.08.2011
Westfälische Nachrichten

Von Andreas Hasenkamp

Münster. Acht Existenzgründer nahmen am zweitägigen Gründerseminar teil, das das Bocholter Institut Gründungsoffensive in Münster durchgeführt hat. Einen dringenden Hinweis gab der Dozent gleich zu Beginn: Den Gründungswilligen blase der Förderwind zunehmend kälter entgegen. Die Förder-Bedingungen änderten sich voraussichtlich zum 1. November und damit früher als erwartet, so Dr. Stephan Borchert. Eine Änderung betrifft die Bezieher von ALG 1: sie müssen jetzt einen Restanspruch von 90 Tagen haben, um den Gründerzuschuss bekommen zu können. Ab November könnten es 150 Tage sein. Zudem werde die Bezugsdauer gesenkt.

Nicht zu anspruchsvoll seien dagegen die Anforderungen an die Dauer der zu besuchenden Seminare. Der Gründer sollte aber in seiner Orientierung und Planung im eigenen Interesse sehr sorgfältig arbeiten, mahnte Borchert. Das aber war nur einer seiner Tipps. Unter den Gründungsinteressenten war beispielsweise ein gestandener Handwerker. Er will einen Hausmeister-Service gründen. Nicht gerade der Erste, Sagt Borchert und rät, über Alleinstellungsmerkmale zu reden und darüber, dass Mundpropaganda da allein "recht viel Zeit" brauche. Ähnliches hört die Bürokauffrau, die den Trend zum Outsourcing nutzen will. Eine Ärztin will sich der Vorbeugung widmen. Zwei Tierärzte wollen insbesondere Kleintiere verarzten.

Auch das Erkennen von Trends gehört zum Seminar, betonte der Seminarleiter. Einen fachlichen Schwenk will eine Diplom-Grafikdesignerin machen - hin zur Heilpraktikerin für Psychotherapie. Das Feld der Kosmetik und Fußpflege hat eine Einzelhandelskauffrau für sich entdeckt.

Borchert betonte die Rolle des Businessplans - sorgfältig recherchiert sei er der Dreh- und Angelpunkt für den eigenen Entschluss. Und ein Muss für die Förderung.

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