Presse

Eine Expertin für Taschen und Tüten

Rheinische Post
18.07.2013
Rheinische Post

von Isabel Klaas

Rheinische Post,
 18.07.2013: Eine Expertin für Taschen und Tüten

ERKRATH Jeder hat sie, jeder trägt sie, meist sind sie kostenlos, oft werden sie kaum eines Blickes gewürdigt - meint man. Doch Tragetaschen sind ein wichtiger Werbeträger. Kaum eirı Geschäft, das ohne auskommt - angefangen bei der Änderungsschneiderei über den heimischen Metzger bis zur Weinhandlung und zum teuren Modelabel. Doch wie findet man als Geschäftsmann für sich ausgerechnet die richtige Tragetasche? Das weiß Doris Geiger, Kauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin, die rıicht nur eine persönliche Leidenschaft für Tragetaschen hat, sondern sie auch besorgt. „Davor steht allerdings die Beratung“, sagt die Erkrather Existenzgründerin. Was will der Kunde haben? Ist es ein kleine Boutique, die nicht viel Geld investieren kann, rät die Fachfrau zum Kraftpapier mit Strichdruck. „Wenn dann noch weniger als 30 Prozent der Fläche mit einem Namenszug versehen werden, kann ich das recht günstig besorgen - 1000 Stück für 0,15 bis 0,17 Cent pro Tasche“, sagt sie. Dem Preis nach oben sind wie immer keine Grenzen gesetzt. Sie zeigt eine Nobel-Papiertasche mit künstlerischem Vierfarbdruck eines Pferdekopfes, einer eleganten mattschwarzen Kaschierung und einer Musterprägurıg, die die Hand spürt. Gefüllt wird sie mit teurer Mode für Reiter. „Der kleine Luxus, den man nach dem Kauf nicht wegwirft, sondern gerne noch als Zweittasche mitnimmt“, sagt Geier. So ist der Nutzen einer Plastik- oder Papiertüte optimal erfüllt.

„Sie bleibt irı der Regel nicht im Haushalt versteckt liegen. sondern wandert durch den Bekanntenkreis oder wird vom Kunden selbst spazieren geführt“, sagt Geier. Sie packt dann auch gleich ihr Lieblingsexemplar aus: eine weiße Plastiktüte des Modelabels „Sylterdollar“ mit drei stylischen grauen Totenköpfen bedruckt. Aber auch die kleine bunte Plastiktasche, die für eine Videothek Reklame macht, ist gut gelungen, weil der Druck des DVD-Covers ganz hervorragend rüberkommt.

Doris Geier berät die Kunden, was zu ihrem Geschäft passt. Ob matt oder glänzend, stabil oder zart, mit silbernem oder rotem Print, eher nostalgisch oder ganz modern - „meine Praxis reicht von der Beratung der Schneiderei bis zum Konzern“, sagt sie.

Seit nicht mal einem Monat ist die 44-jährige Erkratherin arbeitssuchend. „Ich wollte rıicht, dass meine Kenntnisse als Werbetaschen-Expertin brach liegen“, sagt sie. Der Name „Taschengeier“ steht schon länger im Raum. „Es fehlte mir nur der Mut, mich selbstständig zu machen“, sagt sie. Nach einem Existenzgründerserninar hat sie es gewagt. „Sehr viel musste ich ja nicht investieren“, sagt sie. Die Zusammenarbeit mit drei Druckereien laufe gut, eine davon sei ein kleines Familienunternehmen, das sie gerne fördere. „Ich habe keinen großen Wasserkopf an Verwaltung und kann so gute Preise machen.“

Zurück